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Erotilumne

Unsere ausdauernde Koitusmaschine, unser/-e Abgesandte/-r im Reich der Wollust, unser/-e scharfe/-r Beobachter/-in des Treibens in den G-Punkten der Welt. Unser Höhepunkt.

Abtauchen in die tiefsten Spalten, Eintauchen in die feuchtesten Ritzen, Besteigung des höchsten Venushügels, Abspritzen aus allen Löchern und die Fällung des Phallus' oder eher das Fallen auf eine Menge Phalli - und das in den verschiedensten Positionen.

 

TONY HUI - eine Erektion öffentlichen Ärgernisses? Nein, eher eine Verschiebung der Grenzen der allgemeinen Intimsphäre. Hier wird über das geschrieben, was eh schon immer alle wissen wollten.

Lust UND Frust 

"Nächster Halt: Leck mich doch!" Ernsthaft? Ja, es geht nicht anders. Das Ruckeln dieses Regionalverkehrs. So aufgeladen war ich das letzte Mal, als Nennen-wir-ihn-mal-Heinz mir während des Cellokonzerts seine Hand in die Stoffhose schob und dabei leise in mein linkes Ohr atmete: „Wie schön wäre es jetzt, dich zu ficken.“ Das ist ein guter Gedanke.

 

Das Wichtigste, meine Damen und Herren, ist, nicht die Fassung zu verlieren. Sollte die Lust ungeplant daher kommen, ist es wichtig, sie nicht abzuwehren, sondern festzuhalten. Mit der richtigen Fantasielenkung versprüht nahezu jede Umgebung sexuellen Esprit.

 

Durch die grauen Kopfstützen sehe ich die Glatze des Mannes vor mir. Selbst das kann mich nicht runterbringen. Was soll das Rumgerutsche auf dem Platz? Davon wird es auch nicht besser.

 

Scheuen Sie sich nicht, Hand anzulegen. Aus Rücksicht auf das Zugpersonal und die mitfahrenden Familien empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Sichtschutz im Gepäck zu haben.

 

Ich leg mir meinen Schal auf den Schoß. Zum Glück reise ich in bequemer Klamotte. Ich fahr mit der Hand unter meinen Rock, ziehe die Leggins samt Unterwäsche etwas tiefer. Ich lasse meine Finger rotieren. Rein ins Gebüsch. Es fühlt sich ein bisschen wie bei Nennen-wir-ihn-mal-Peter an. Aus reiner Faulheit getarnt mit feministischem "Aus Solidarität wachsen lassen" hab ich's wachsen lassen. Ein reinster Urwald, aber tatsächlich nicht kratzig, nur bisschen wild. Ich höre die Glatze grüßen. Bereitwillig bietet er einen Platz an. Jetzt wird es spannend.

 

In solchen Momenten gilt: der Fantasie genügend Spielraum lassen, um überraschenden Mitspielern Platz einzuräumen.

 

Der Glatze gegenüber und damit direkt in mein Sichtfeld setzt sich ein Student mit intellektuellem Brillengestell. Sein Blick trifft meinen. Ich will, dass er in meine Brustwarze beißt. Er sieht nicht weg und ich konzentriere mich, nicht allzu entspannt auszusehen, aber auch nicht zu geifernd.

 

Vielleicht bleibt man in der Lust nicht allein. Jeder hat schließlich einen freien Willen.

 

Ich hebe das rechte Bein nach oben und drücke es gegen den Vordersitz. Die Glatze lacht kurz. Der Student lächelt und ich werde feucht. Vorsichtig schiebe ich zwei Finger tiefer. Meine Brustwarzen sind hart.

 

Das könnte natürlich zu aufreizend wirken. Doch Prioritäten zu setzen, ist wichtig. Offizieller Schuldträger an den Nippeln ist die Klimaanlage der modernen Regionalbahnen. Der Schal? Auf dem Schoß wichtiger als um den Hals.

 

Dem Studenten scheint’s zu gefallen. Er lehnt sich zurück und lässt den Blick wandern. Soll er doch.

 

Sollte jemand für das Ganze, ich kann es nicht lassen, eine therapeutische Erklärung suchen, schieben Sie die Schuld immer auf die sexualisierte Umgebung, mit der Sie seit der Pubertät klarkommen müssen. Pornoszenen getarnt als Werbung. Da ist es doch normal, den nächsten Schritt zu gehen. Die Lust außerhalb der eigenen vier Wände, ob mit oder ohne Partnerin oder Partner. Mehr Menschen sollten jeden Moment der Lust nutzen. Sonst gewöhnen sie es sich noch ab. Es ist nur dann eine Wahl, wenn man die Auswahl hat und dafür muss der Tisch immer reich gedeckt und nicht verboten sein. Das spontane Spiel ist das beste. Merken Sie sich das und tragen Sie es in die Welt!

 

Als der Student mich noch einmal anlächelt, hör ich auf. Hier komm ich heute nicht mehr. Vielleicht die nächste Umgebung, der nächste Tisch. Ich setz mich neben die Glatze, neben Nennen-wir-ihn-mal-Karl, und gebe ihm die Hand. Ich bin ja auch Mensch.