BLÜMCHEN BIENCHEN BUMSEN BONERN 

HASSLIEBE | 

 

Eins vorweg. Nur weil das hier Erotilumne heißt, bedeutet dies nicht gleich, dass hier in allen Details und allen Stellungen Sexualverkehr ausgemalt wird. Natürlich wird hier auch über Sex geschrieben. Aber das wird hier kein Tummelplatz zum Masturbieren für Literaturfreaks, die sich lieber an einem erotischen Miststück, ich meine natürlich Textstück abreagieren als, wie wahrscheinlich die große Mehrheit der Menschheit, entweder real Löcher zu stopfen oder gestopft zu bekommen. Hier sollen alle Bereiche durchwühlt werden, die unser Sexualleben beeinflussen. Das Durchnehmen gilt auch jenen Bereichen, die uns davon, vom Durchnudeln und Durchgehämmert werden, abhalten. Wie z.B. Hämorrhoidenleiden. Wer auf Analverkehr steht, der weiß ganz genau, dass damit der Spaß aufhört. Außer man mag ein gewisses Brennen am Arsch sowieso. Es soll ja auch Leute geben, die auf Schmerz stehen (man lese sich bei Gelegenheit zu Figging ein). Ja, auch über Hämorrhoidenleiden muss geschrieben werden! Denn die betreffen das Erotikleben vieler Menschen. Und eine Erotilumne kümmert sich nun mal um alle diese Themen, ob euch nun angenehm feucht zwischen den Schenkeln wird oder ob es auf euer Rosette so richtig ätzt. Wer nicht mag, der muss ja nicht lesen. Für Prüderie ist hier kein Platz, für falsche Scham schon gar nicht. Und ob die Hämorrhoidenleiden – ja, Leute, es heißt Hämorrhoidenleiden, weil alle Hämorrhoiden von uns haben. Die gehören nämlich zum Arschloch - nun von zu festem Kacken oder von wilden analen Orgien gekommen sind, jedenfalls brennt und juckt es mir am Hintern. Und da ich weder aufs Kacken noch auf Orgien verzichten will, hat mir der Arzt, nachdem alle anderen Genitalleiden (KEINE FEIGWARZEN, JUHEI!) ausgeschlossen wurden und ich seinen Finger in meinem Po stecken hatte, Hämorrhoidenzäpfchen verschrieben. Ich schiebe mir nun tagtäglich umgerechnet einen Euro in den Hintern und visualisiere das vor meinem geistigen Auge. Hauptsache der nächste Nutzer weiß meine Investitionen zu schätzen.

 

 

Doch was mir letztens mehr den Schlaf geraubt hat und was man eindeutig nicht mit Zäpfchen lösen kann – sehr schade drum! - ist die ganze Chose mit meinem Ex. Nicht, dass ich gerade Liebeskummer habe. Das mit uns ist schon vor Jahren zu Ende gegangen. Man kann das wohl auch eher als intensiven, langanhaltenden Flirt bezeichnen. Mit einem emotional zermahlenden Epilog. Für mich war die Sache gegessen, bis er es wagte, in meinem Traum aufzutauchen. Und mir wieder den Hof zu machen. Ich bin ausgerastet, habe ihn angeschrien, er solle doch bitte seine Visage – gut, süß sah er immer noch aus – samt restliches Körperfleisch aus meiner comfort zone entsorgen. Am Liebsten hätt ich mich mit dem Hintern zu ihm gedreht und ihm das frisch eingeführte Analzäpfchen um die Ohren fliegen lassen. Am nächsten Morgen war ich sehr aufgewühlt. Und mein Gehirn begann zu rattern. Ich spielte die gesamte vergangene Tragödie, mit ein paar unglaublich steifen Auftritten seines prallen Schwanzes, in meinem Kopf durch. Am Ende saß ich da, die Hand bereits in der Hose - und musste plötzlich stocken. Ich schob die Hand in Anbetracht meiner Erkenntnis wieder heraus. Ich wollte den geistreichen Moment nicht durch schnöde Erinnerungen an unseren doch durchaus befriedigenden und von dreckiger Wortwahl orchestrierten Sex zerstören. In diesen Momenten des Hasses, des den Anderen-als-Analzäpfchen-benutzen-wollens, merken wir, wie sehr wir doch geliebt haben. Und so schmerzhaft die Trennung ist - Hämorrhoidenleiden sind es auch - so schön und intensiv war es wohl davor (auch der Analsex). Und wir merken: Der Schmerz hat sich doch gelohnt.

Wer lieben will muss fühlen 
von Tony Hui

ausdruck:erotilumne.

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